02.04.2020

Gedanken rund um Corona 

willyBLOGGT | Vol. 2:

Wir alle sind systemrelevant. Basta.

 


Ohne Zweifel, einige Berufsgruppen stehen derzeit absolut zu Recht im Fokus. Ich ziehe meinen Hut und verneige mich vor all jenen, die jetzt in Krankenhäusern, Seniorenheimen und an allen Ecken der wichtigen Infrastruktur ihre Arbeit machen. Ich bin froh, dass ich selbst an diesen Fronten nicht kämpfen muss. Ich gönne ihnen allen die vielfältige Wertschätzung, die sie erfahren.

Gleichzeitig beschleicht mich aber auch ein komisches Empfinden. Vor allem, wenn ich die Politiker*innen höre, die inflationären Facebook-Posts lese oder die klatschenden Hände an den offenen Fenstern sehe. Da ist viel Scheinheiligkeit dabei – leider!

Sind wir doch mal ehrlich: Haben wir diese Solidarität auch vor Corona ausgedrückt? Haben wir der Verkäuferin ein Lächeln geschenkt? Oder der Reinigungskraft wenigstens ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit? Haben wir die Pflegenden wertgeschätzt und die Polizei immer als unseren Freund und Helfer gesehen? Oder sind wir diesen Menschen nicht eher mit unserer Gleichgültigkeit begegnet? Es täte uns gut, dass wir mal kurz reflektieren und uns darüber in einer ruhigen Minute – wovon wir ja derzeit genügend haben – Gedanken machen. Vielleicht kommen wir dann darauf, dass unsere Kritik an den Politikern und Lobbyisten, die angeblich alles allein zu verantworten haben, vielleicht auch uns selbst ein wenig trifft.

Was mich in diesem Zusammenhang aber ganz besonders nervt, ist das Gerede von der Systemrelevanz einzelner Gruppen. Damit will ich nicht sagen, dass sie das nicht sind. Ganz im Gegenteil. Ich möchte nur den Blick darauf richten, dass wir das doch alle sind. Jeder, der etwas dazu beiträgt, dass unsere Gemeinschaft funktioniert, ist relevant für das System. Der Unternehmer, der Arbeitsplätze schafft, der Arbeitnehmer, der Werte schafft, konsumiert, Steuern zahlt, die Eltern, die ihre Kinder erziehen, die Lehrer, die unseren Kindern Bildung beibringen… Jeder ist systemrelevant, keiner ist überflüssig. Das Eine funktioniert nicht ohne das Andere! Erst dann, wenn wir alle das kapieren, uns alle gegenseitig und auf Augenhöhe respektieren, werden wir das Land auch nach Corona zu dem machen können, was es sein muss. Nämlich: Ein Land, in dem es Spaß macht zu leben!

Bleibt gesund und kreativ!

Euer Willy


Willy Schredl beschäftigt in seinem Planungsbüro für Haustechnik 22 Mitarbeiter*innen und ist das, was man gemeinhin das Rückgrat der Wirtschaft nennt – ein Mittelständler. Privat ist er ein passionierter Rennradfahrer, engagiert sich bei der Fürther Tafel, ist in einem Kirchenvorstand und betrachtet den Ronhof als sein zweites Wohnzimmer :-). Und warum jetzt das Bloggen? Weil es ihm ein Bedürfnis ist. Weil er seine Gedanken zu dem einen oder anderen Thema teilen und diskutieren will. Mehr nicht!

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Kommentare

06.04.2020, 13:00

Hallo Herr Schredl,
sehr guter Beitrag insbesondere zu den Themen "gegenseitige Wertschätzung" bzw. "Gemeinschaft und System".
Ich meine, dass die Themen unabhängig der Zeit vor, während und nach "Covid-19" immens wichtig sind. Ich hoffe auch, dass hier die Krise helfen kann, dass mehr Bürger hier reflektieren.
Da dies eine globale Krise ist, muss dieses Umdenken auch über unsere Landesgrenzen hinweg erfolgen.

Nicky und Frank Gesell

05.04.2020, 09:56

Hallo willy.mensch hast du das.s uper,fachlich gut beschrieben die lage wegen corona. Ich habe echt angst das die ganzen hilfsaktionen nach ender des corona alle im.sand verlaufen. (Schade um.die tiere im zeit von corona geholt werden aus langeweile zum.gassi gehen geholt werden ...mach weiter so .grus

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