07.04.2020

Gedanken rund um Corona 

willyBLOGGT | Vol. 3:

Lasst das Politisieren. Es nutzt keinem.

 


Vielleicht geht es Euch auch so. Morgens, kurz nach dem Aufstehen, geht mein Blick zuerst aufs Handy. Nach der ersten Erleichterung, dass nicht schon wieder eine Horrormeldung als Push-up-Nachricht auf dem Display erscheint, erfolgt der Click auf die News-App. Spätestens hier ist die zaghafte Erleichterung verflogen. Schon wieder sind die Zahlen der Infektionsfälle gestiegen – und zwar rasant. Scheiße!

Mit diesen Gedanken geht’s ins Büro. Ja, ich bin noch da! Ich bin ja systemrelevant J. Fast alle anderen sind im Homeoffice. Das ist auch gut so. So bescheiden wie der Tag begann, geht er weiter. Kunden-Meeting. Er, der Kunde, sagt, er könne die Rechnung nicht zahlen. Der Gastro-Branche ginge es schlecht. Ich sage, hm, muss meine Leute doch auch bezahlen. Schwierige Situation. In dem Moment wird mir klar, dass wir doch alle gemeinsam am Ende der Nahrungskette stehen. Nichts kann ohne das andere funktionieren.

Es gibt nur einen Ausweg aus diesem Dilemma. Wir müssen uns einander helfen. Punkt. Wir, mein Kunde und ich, haben den Ausweg gefunden. Wir haben uns auf einen Aufschub durch Ratenzahlung geeinigt. Das tut jedem von uns nur ein bisschen weh. Geht doch!

Kurz darauf das nächste Meeting. Mit meinen Mitarbeitern. Wie geht es weiter im Betrieb? Gute Frage. Noch ist die Auslastung einigermaßen – die nächsten zwei bis drei Wochen haben wir zu tun. Nicht Volllast, aber genug. Aber was ist dann?

Wir werden sehen. Ich bleibe optimistisch. Zumindest in dieser Frage. Wo ich langsam aber meinen Optimismus verliere, ist bei Teilen der Politiker*innen. Jetzt haben wir gerade mal eine Woche mit den angeordneten Einschränkungen hinter uns gebracht. Und schon fangen wieder einige der Oppositionspolitiker an, an den notwendigen und richtigen Entscheidungen rumzumäkeln. Es wird Zeit, die Wirtschaft wieder hochzufahren, sagen sie. Ich will das mal interpretieren: Sagen sie damit nicht zugleich, dass die Wirtschaft wichtiger als die Gesundheit der Bürger ist? In meinen Augen ist das erstens unverantwortlich und zweitens ein in dieser Zeit völlig deplatziertes parteipolitisches Geplänkel. Wir brauchen eine klare Linie, ein klare Ansage – auch wenn sie schmerzhaft ist. Rumdiskutieren und Rumlavieren hilft uns da akut nicht weiter.

Ich frage mich sowieso, wo diese Leute waren, als es darum ging, Entscheidungen zu treffen. Da waren sie alle irgendwie weg, einfach untergetaucht. In diesem Zusammenhang fällt mir ein schöner Satz ein, den ich kürzlich gelesen habe: Wer den Kopf in den Sand steckt, bringt seinen Hintern in eine gefährliche Position J! Hat was, oder?

Bleibt gesund und kompromissbereit!

Euer Willy


Willy Schredl beschäftigt in seinem Planungsbüro für Haustechnik 22 Mitarbeiter*innen und ist das, was man gemeinhin das Rückgrat der Wirtschaft nennt – ein Mittelständler. Privat ist er ein passionierter Rennradfahrer, engagiert sich bei der Fürther Tafel, ist in einem Kirchenvorstand und betrachtet den Ronhof als sein zweites Wohnzimmer :-). Und warum jetzt das Bloggen? Weil es ihm ein Bedürfnis ist. Weil er seine Gedanken zu dem einen oder anderen Thema teilen und diskutieren will. Mehr nicht!

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Kommentare

07.04.2020, 16:30

Politiker*innen: wie recht Du hast. Im nachhinein hätten es viele besser gewusst und besser gemacht aber Verantwortung übernehmen und Handeln traut sich fast keiner aus Mutlosigkeit Ahnungslosigkeit und Angst am Ende als Depp da zu stehen. Lieber meckern und Kritisieren isja auch einfacher. Es wird gerechnet Gesundheit und deren Kosten gegen Wirtschaft und deren Kosten. Es wird sich für die Wirtschaft entschieden wer will schon 1 oder 2 Schritte zurück. Menschen? Gibt es genug. Wir brauchen die Unternehmer mit Mut und Leidenschaft. Wir brauchen aber auch die Mitarbeiter vor allen Mitarbeiter die nicht nur mit schwimmen. Mitarbeiter die über den Tellerrand schaun.
In einer schwierigen Situation erkennt man.........
Na Du weisst schon.
Dein Blog hat was mach weiter. Das wichtigste bleib gsund
Pauö

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