14.04.2020

Gedanken rund um Corona 

willyBLOGGT | Vol. 4:

Hurra, wir leben noch. Das sollten wir feiern! 

 


Nein, das ist kein zynischer Ausrutscher. Ich meine das wirklich so. Nach über drei Wochen in weitgehender Isolation, mit all den richtigen Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperren, muss das einfach mal raus. Hinter uns liegen Wochen, in denen fast nichts mehr so war, wie es einmal war. Aber, so scheinen es zumindest die Zahlen zu belegen, es hat sich gelohnt. Und das ist doch mal eine gute Nachricht.

Als Ingenieur bin ich es gewohnt, die Welt in Diagrammen und Statistiken zu betrachten. Und die aktuellen Kurven stimmen mich hoffnungsvoll. Seit zwei Tagen, das zeigen die Daten der vielzitierten Johns Hopkins University, übersteigt die Zahl der Genesenen in Deutschland die Zahl der Infizierten. Klar, keiner weiß so recht, wie belastbar diese Erhebungen sind. Trotzdem, mir geben sie ein gutes Gefühl. Für mich zeichnet sich da gerade eine Kurve der Hoffnung ab.

Nach der Schockstarre in der ersten Woche des Shutdown, der Einsicht in der zweiten Woche, ja wir müssen das Leben in unserem Land runterfahren, folgte in der dritten Woche die Hoffnung, dass wir wieder ganz langsam in die „Normalität“ gehen können. Dass wir wieder den Blick nach vorne richten, ist eine gute Entwicklung. Auch ich wünsche mir sehr, dass alles wieder „normal“ wird. Aber: Ich verstehe die Experten, wenn sie sagen: Macht langsam! Lasst uns nicht die Früchte der letzten Wochen kaputtmachen, indem wir zu schnell wieder alles lockern. Ein Rückfall, eine zweite Welle des exponentiellen Anstiegs wäre fatal.

Was heißt das in der Konsequenz? Ganz einfach: Wir müssen vernünftig bleiben! Und mal ehrlich, ist es wirklich so schlimm, wenn wir unter Umständen heuer nicht nach Malle reisen werden? Ist es so tragisch, wenn die Wiesn in München mal ausfällt? Oder werden wir so viel an Lebensqualität verlieren, wenn wir die Bundesliga nicht im Stadion erleben können? Bei allem Verständnis für die Unternehmen, die dadurch wirtschaftlich in Bedrängnis kommen – hier muss und hier wird der Staat helfen müssen. Aber es gibt etwas, was über allem steht: die Gesundheit von uns allen und die Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitssystems. Wir waren kurz vor dem „Fukushima“ in unseren Krankenhäusern. So, wie es aussieht, haben wir die Kurve gekratzt. Jetzt wieder Vollgas zu geben, wäre unverantwortlich.

Wir können das Drecks-Corona nur mit unserem gesunden Menschenverstand, mit Geduld und mit Vertrauen besiegen. Vertrauen in die Personen, die uns gerade in bemerkenswerter Weise zur Seite stehen – die Wissenschaftler, die Ärzte, die Pflegekräfte und die vielen freiwilligen, ehrenamtlichen Helfer.

Wir haben als Gesellschaft in diesen Tagen viel erreicht. Das ist doch wirklich ein Grund zu feiern, oder?

Und ich habe noch zwei weitere Gründe, um zu feiern. Letzte Woche hatte ich in der Firma noch eine Reihe von Gesprächen zu führen, die nicht schön waren. Es ging um Kurzarbeit, Überstundenabbau und all die negativen Begleitumstände in Corona-Zeiten. Doch das ist jetzt alles erstmal Schnee von gestern, da wir mehrere tolle Projekte ins Haus bekommen haben. Und noch eine viel bessere Nachricht kam ebenfalls: Die in meinem Bekanntenkreis bisher positiv getesteten Menschen haben sich gut erholt und sind alle auf dem Weg der Besserung.

Ihr seht, es gibt Lichtblicke! Wenn wir mehr darauf schauen und uns darüber freuen, haben wir auch etwas zum Feiern. Und wenn es nur ganz still und leise zuhause ist :-)

 

Bleibt gesund und vernünftig!

 

Euer Willy


Willy Schredl beschäftigt in seinem Planungsbüro für Haustechnik 22 Mitarbeiter*innen und ist das, was man gemeinhin das Rückgrat der Wirtschaft nennt – ein Mittelständler. Privat ist er ein passionierter Rennradfahrer, engagiert sich bei der Fürther Tafel, ist in einem Kirchenvorstand und betrachtet den Ronhof als sein zweites Wohnzimmer :-). Und warum jetzt das Bloggen? Weil es ihm ein Bedürfnis ist. Weil er seine Gedanken zu dem einen oder anderen Thema teilen und diskutieren will. Mehr nicht!

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