23.04.2020

Gedanken rund um Corona 

willyBLOGGT | Vol. 6:

Die schönste Nebensache der Welt ist mir sowas von egal.

 


Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein absoluter Fußball-Junkie bin. Die Heimspiele im Fürther Ronhof sind Pflicht, Auswärtsspiele, wenn es irgendwie geht, auch. Dazu kommen ein- bis zweimal im Jahr zusätzliche Highlights. Letztes Jahr mit meinen Kumpels zum Beispiel die Premier League in London. Dieses Jahr sollte es Anfang März nach Barcelona gehen – zum Champions League-Rückspiel gegen Neapel. Alles war schon gebucht, die Tickets im Koffer – und dann der Corona-Shutdown.

Klar, der Frust war groß. Immerhin war es kleiner Jugendtraum. Einmal im Camp Nou Fußball gucken, die Stimmung genießen. Es hat nicht sollen sein. Ich muss damit leben – und ich kann damit leben. Warum? Weil es in der Tat im Augenblick Wichtigeres gibt. Und genau aus dieser Überlegung heraus kann ich die Diskussionen um die schönste Nebensache der Welt derzeit gar nicht wirklich ernst nehmen. Der Begriff „Nebensache“ trifft es doch ganz gut, finde ich. Leider haben sich viele Protagonisten des (Profi-)Fußballs lange geweigert, dies zu akzeptieren. Zu lange haben sie sich versucht, in die erste Reihe zu setzen.

Ich verstehe sehr gut die Not, die die Vereine verspüren. Eine Not, die viele Unternehmen und viele Arbeitnehmer derzeit ebenfalls haben. Aber auch ein Proficlub ist nur ein Betroffener von vielen. Diesem eine Sonderbehandlung zukommen zu lassen, entbehrt jeder Vernunft und jeder solidarischen Handlungsweise. Erst recht, wenn diese Sonderbehandlung auch noch dazu führt, dass die ohnehin beschränkten Kapazitäten für Corona-Tests speziell für die Fußballspieler verwendet werden sollen. Leute, da steig‘ ich echt aus!

Das heißt aber nicht, dass ich mich nicht auch wieder auf den Fußball freue – am besten natürlich live vor Ort im Stadion. Ganz im Gegenteil. Ich werde wieder mit wehender Fahne dabei sein, mit meinen Kumpels das eine oder andere Grünerla zwitschern und die Mannschaft anfeuern – oder auch heftig kritisieren. Ich werde also all das tun, was ein Fußball-Fan so macht. Aber zur richtigen Zeit. Und die ist (leider) noch nicht gekommen. Und ganz tief in meinem Fußball-Romantiker-Herz wünsche ich mir auch, dass der Fußball in der „neuen Normalität“ der Nach-Corona-Zeit ein kleines Stück bescheidener, bodenständiger und „normaler“ wird. Ich denke, dass die Zeit gekommen ist, das allzu gierige Geschäftsmodell mal zu überdenken.

Bleibt gesund und sportlich!

Euer Willy


Willy Schredl beschäftigt in seinem Planungsbüro für Haustechnik 22 Mitarbeiter*innen und ist das, was man gemeinhin das Rückgrat der Wirtschaft nennt – ein Mittelständler. Privat ist er ein passionierter Rennradfahrer, engagiert sich bei der Fürther Tafel, ist in einem Kirchenvorstand und betrachtet den Ronhof als sein zweites Wohnzimmer :-). Und warum jetzt das Bloggen? Weil es ihm ein Bedürfnis ist. Weil er seine Gedanken zu dem einen oder anderen Thema teilen und diskutieren will. Mehr nicht!

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