05.05.2020

Gedanken rund um Corona 

willyBLOGGT | Vol. 8:

Denn sie wissen (nicht), was sie tun... 

 


Fast sieben Wochen ist es nun her, dass der Markus die Ausgangsbeschränkungen und den weitreichenden Lockdown in Bayern ausgerufen hat. Sieben Wochen, in denen verdammt viel passiert ist – Gutes und eher Schlechtes. Die Infektionszahlen haben sich, wie erhofft, nach unten bewegt, die Überforderung unseres Gesundheitssystems ist ausgeblieben. Aber: Die Wirtschaft und auch das soziale Leben haben heftige Kratzer abbekommen. Logisch, dass sich viele Menschen – auch ich – jetzt nach Lockerungen sehnen.

Wenn ich mir die Schlagzeilen und die Diskussionen der letzten Tage anschaue, muss ich jedoch feststellen, dass viele extrem unlocker geworden sind. Verschwörungstheorien blühen mehr denn je auf, manche haben mit Bill Gates das Grundübel ausgemacht, andere sehen die 5G-Sendemasten als Ursache für die Pandemie. Immer mehr Menschen und Verbände rufen die Gerichte an, um gegen die Einschränkungen zu klagen, wieder andere gehen auf die Straße und demonstrieren für mehr Freiheit und gegen mehr Verbote. Gleichzeitig überbieten sich, getrieben durch den Druck der Menschen, die Regierungen in den Ländern und auch in den Nachbarstaaten wie etwa Österreich schon damit, Lockerungen in Aussicht zu stellen oder sie auch gleich umzusetzen.

Was ist hier richtig, was falsch? Geht man zu forsch ran, riskiert man möglicherweise eine zweite Welle. Geht man zu zaghaft ran, richtet man einen möglicherweise irreparablen Schaden in der Gesellschaft und der Wirtschaft an. Freunde, ich weiß es auch nicht und ich möchte auch nicht in der Haut derjenigen stecken, die diese Entscheidungen treffen und verantworten müssen.

Jeder und jede hat da seine eigene Einschätzung. Die Eltern, die sich seit vielen Wochen rund um die Uhr mit ihren Kids beschäftigen müssen, teilweise neben ihrem Job im Homeoffice, und Angst haben, dass die Mädels und Jungs langsam „bekloppt“ werden (wie es eine Mutter kürzlich in einem Fernsehbeitrag formuliert hat) genauso wie die älteren und besonders gefährdeten Menschen, denen die Einsamkeit extrem zusetzt. Oder auch die Wirte, die Künstler, die Solo-Selbstständigen … die Liste ließe sich lange fortsetzen. Alle wollen verständlicherweise wieder so etwas wie ein „normales Leben“ führen.

Ich verstehe das nur zu gut. Mir geht es ja auch nicht anderes. Aber: Ich bin fest davon überzeugt, dass wir diese „Normalität“ nur dann dauerhaft zurückbekommen, wenn wir weiterhin geduldig und diszipliniert bleiben. Das ist der Preis für die Normalität. Ich könnte auch sagen: Das ist die Investition, die wir tätigen müssen, wenn wir den Erfolg wollen.

Nahezu alle seriösen Experten aus der Medizin und der Wissenschaft sagen uns, dass wir noch nicht über dem Berg sind, dass nach wie vor die Gefahr der vielzitierten zweiten Welle existiert. Vertrauen wir ihnen doch, sie haben uns gemeinsam mit den politisch Verantwortlichen doch bisher gut durch diese Krise geführt. In Deutschland gab es keinen totalen Shutdown in der Wirtschaft, es gab auch keine totale Ausgangssperre – im Gegensatz zu einigen anderen Ländern in Europa. Bisher wurde – trotz aller berechtigten Kritik im Detail – mit Maß und Ziel gehandelt. Es sind viele richtige Entscheidungen getroffen worden: die Aufstockung des Kurzarbeitergelds, die Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie, die Soforthilfen und Kreditprogramme, die Steuerstundungen und vieles mehr. Bayern pumpt bis zu 60 Milliarden Euro in die Wirtschaft, der Bund über 160 Milliarden und die EZB nochmals 750 Milliarden. Ob das reicht, wird sich erst später zeigen. Aber das sind doch alles richtige und wichtige Maßnahmen, die zeigen, dass wir uns auf die Entscheidungsträger verlassen können.

Das heißt nicht, das möchte ich ausdrücklich sagen, dass man alles unkritisch hinnehmen soll. Auch ich habe an verschiedenen Stellen durchaus andere Ansichten und Kritikpunkte. Versteht mich nicht falsch, ich plädiere nicht für ein blindes Vertrauen. Aber ich plädiere für ein grundsätzliches, wohl reflektiertes Grundvertrauen. Wenn das nicht da ist, wird der gemeinsame Kampf gegen die Pandemie nicht gelingen.

Bitte, liebe Freunde, lasst uns das jetzt mit Vernunft, Weitsicht und Zuversicht „durchziehen“. Wir sind auf der Geraden und haben das Ziel vor Augen – allerdings können wir immer noch stolpern, wenn wir nicht vorsichtig und achtsam sind.

Bleibt gesund und vernünftig!

Euer Willy


Willy Schredl beschäftigt in seinem Planungsbüro für Haustechnik 22 Mitarbeiter*innen und ist das, was man gemeinhin das Rückgrat der Wirtschaft nennt – ein Mittelständler. Privat ist er ein passionierter Rennradfahrer, engagiert sich bei der Fürther Tafel, ist in einem Kirchenvorstand und betrachtet den Ronhof als sein zweites Wohnzimmer :-). Und warum jetzt das Bloggen? Weil es ihm ein Bedürfnis ist. Weil er seine Gedanken zu dem einen oder anderen Thema teilen und diskutieren will. Mehr nicht!

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Kommentare

06.05.2020, 17:36

Hallo willy, ich bin immer schon in freudiger erwartung was du im blog schreibst.bin begeistert und finde es gut das man sich das von der seele schreibt,mitteilt dann geht es einen eieder etwas besser finde ich .im grosen klappt es ja ganz gut ,die abrechnu.g kommt jetzt wenn alles wieder mehr zum.alltag übergeht .mal schauen wir die mit gelockerden masnahmen positiv durch starten. Ohne grossen rückfall.schau mehr mal .grus

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