13.05.2020

Gedanken rund um Corona 

willyBLOGGT | Vol. 9:

Corona hat die Welt viel besser gemacht.

 


Jetzt spinnt er total, der Willy. Nicht wenigen von Euch geht bestimmt dieser Gedanke spätestens beim Lesen der Überschrift durch den Kopf. Mhm, kann sein, vielleicht hat mich ja das Virus erwischt, dieses kleine, unsichtbare, böse Etwas. Corona hat das Potenzial, das Unwort des Jahres zu werden – zweifellos. Es ist durch und durch negativ, beängstigend und einfach fürchterlich. Ein vernünftiger Mensch kann doch diesem apokalyptischen Ding nichts Positives abgewinnen, oder?

Doch. Zumindest ich. Corona macht die Welt besser, gerechter und lebenswerter. Warum? Nun, das hat viele Aspekte. Wann haben sich Eltern denn in den letzten Jahren so viel mit ihren Kindern beschäftigt? Mit ihnen Hausaufgaben gemacht, Spiele gespielt oder geredet? Wann haben große Teile der Gesellschaft Menschen, die in Kliniken, Seniorenheimen oder Supermärkten ihre Arbeit verrichten, gelobt und gehuldigt? Wann, so frage ich Euch, wurden schon mal Spargelstecher aus Polen als systemrelevant für die deutsche (Land-)Wirtschaft bezeichnet und mit Charterflugzeugen ins Land geholt? Wann wurde jemals in der Geschichte Klopapier zum Objekt der Begierde einer Wohlstandsgesellschaft? Und wann hat die Welt zum letzten Mal so intensiv über die Bedeutung von Gottesdienstbesuchen diskutiert?

Ohne Corona hätten wir auch nicht erlebt, dass die Rechtspopulisten, die vor nicht allzu langer Zeit unsere Grenzen noch mit Waffen verteidigen wollten, jetzt die Öffnung der selbigen fordern. Markus Söder wäre wahrscheinlich nie und nimmer zum Shootingstar der deutschen Politik mutiert und wahrscheinlich hätten die Entscheidungsträger in Berlin weiterhin auf wissenschaftliche Erkenntnisse bei ihren Entscheidungen verzichtet und sich weiter nur auf die Lobbyisten verlassen.

Und es geht weiter mit den positiven Auswirkungen: Corona ist auch ein gigantisches Konjunkturprogramm. Endlich können wir unsere arg gebeutelte Automobilindustrie guten Gewissens retten. Unternehmen, die jahrelang betrogen haben und trotzdem durch ihre riesigen Gewinnmargen ihre Aktionäre bedienen konnten, können wir zusätzlich stützen. Ist doch toll, oder? Die Phantasiewerte an den Börsen sind auf einem Niveau angekommen, auf dem jetzt auch die mit einem Bonus und kostenloser Brotzeit prämierte Krankenschwester in den gewinnträchtigen Kapitalmarkt einsteigen kann. Und nicht zu vergessen – unsere Helden auf dem grünen Rasen. Sie haben endlich die Rolle in unserem Gemeinwesen bekommen, die ihnen gebührt – die Sonderrolle. Immerhin können sie durch ihr Gekicke in leeren Stadien jetzt dafür sorgen, dass die Platzwarte, Ticketverkäufer und Sicherheitskräfte ihren Job behalten. Und auch die systemrelevanten Medien können aufatmen – zumindest die, die ihr Geschäftsmodell komplett auf die Fußballzunft ausgerichtet haben. Was wäre die Medienlandschaft denn noch ohne „Sky“ und „Sportbild“?

Und da haben wir noch eine besondere Gruppe, für die das Leben durch Corona viel besser und noch dazu viel einfacher geworden ist. Nämlich die, die wissen, was die wahre Wahrheit ist, und uns das mit der Nähe menschlicher Wärme und ohne ein Blatt, äh Schutz vor den Mund zu nehmen auch lautstark auf den Plätzen unserer Städte und in den Foren der ach so sozialen Netzwerke glaubhaft vermitteln.

Ihr seht, Corona hat die Welt besser gemacht. Lasst uns alles tun, damit uns das kleine Miststück noch lange erhalten bleibt :-).Dann wird alles noch viel besser! So, und jetzt: Ironie off!

Bleibt gesund und kritisch!

Euer Willy


Willy Schredl beschäftigt in seinem Planungsbüro für Haustechnik 22 Mitarbeiter*innen und ist das, was man gemeinhin das Rückgrat der Wirtschaft nennt – ein Mittelständler. Privat ist er ein passionierter Rennradfahrer, engagiert sich bei der Fürther Tafel, ist in einem Kirchenvorstand und betrachtet den Ronhof als sein zweites Wohnzimmer :-). Und warum jetzt das Bloggen? Weil es ihm ein Bedürfnis ist. Weil er seine Gedanken zu dem einen oder anderen Thema teilen und diskutieren will. Mehr nicht!

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